Felix Magath bei Hertha BSC - kontroverseste Projekt seit dem BER

2022-07-22 21:02:40 By : Mr. Peter L

Es ist ein Paukenschlag: Nach fast zehn Jahren kehrt Felix Magath in die Bundesliga zurück. Ist er der Richtige zur Rettung der Hertha? Der 68-Jährige ist jedenfalls davon überzeugt.

München/Berlin – Als der Trainer Felix Magath letztmals seine Anweisungen auf ein Bundesliga-Spielfeld brüllte, war die Eröffnung des "Flughafen Berlin Brandenburg" gerade zum zweiten Mal verschoben worden, damals im Oktober 2012. Es sollten weitere Rückschläge folgen für dieses Desasterprojekt, das in Deutschland Sinnbild für Planungsversagen und ewiges Warten ist.

Der Umstand, dass nun doch seit eineinhalb Jahren Flugzeuge von der scheinbar endlosen Baustelle BER starten, zeigt eindrücklich, wie lange Felix Magath nicht Teil des Bundesligabetriebs war. Am Sonntagabend hat sich das geändert: Magath soll den Tabellen-17. Hertha BSC vor dem Abstieg bewahren. Es ist womöglich das kontroverseste Projekt, das Berlin seit dem BER gesehen hat.

Dass der 68-Jährige sich von solchen Umständen nicht erschüttern lässt, zeigte seine Antritts-Pressekonferenz. Magath hat schon etliche Drucksituationen gemeistert, viel Kritik an sich abprallen lassen. Die Zweifel an seiner Berufung zum Bundesliga-Trainer nach zehn Jahren Abstinenz bringen ihn daher nicht aus der Fassung, das war ersichtlich.

Vielmehr ging Magath in die Offensive: Die Kritiker, die ihn nicht für den Richtigen halten, sollten doch erst einmal einen Kandidaten vorschlagen, der diese schwierige Situation lösen kann, forderte er. Dann lehnt er sich selbstsicher in seinem Stuhl zurück und sagte grinsend: "Bitte gerne um Wortmeldungen!" Die Botschaft war klar: Felix Magath hält nur die Lösung Felix Magath für die richtige.

Magaths Bundesliga-Vita ist zwar durchaus schillernd (zweimal Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal mit dem FC Bayern 2005 und 2006, Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg 2009), aber eben auch ein bisschen angestaubt. Frischer sind dagegen die Erinnerungen an sein Engagement als Leiter von "Flyeralarm Global Soccer".

Die Online-Druckerei wollte mit Magaths Erfahrungsschatz den damaligen Zweitligisten Würzburger Kickers voranbringen, doch Magaths beratende Tätigkeit endete im Frühjahr 2021 schon nach etwas mehr als einem Jahr. Würzburg spielt aktuell gegen den Abstieg – in der dritten Liga. Es war aber immerhin Magaths Rückkehr in den deutschen Fußball nach langer Zeit.

Von 2016 bis 2017 hatte er noch den chinesischen Erstligisten Shandong Luneng Taishan zunächst vor dem Abstieg bewahrt und in der anschließenden Saison auf Platz sechs geführt. Zuvor war er gewissermaßen der Wegbereiter für Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Ralf Rangnick in England: 2014 hatte der Premier-League-Verein FC Fulham Magath als ersten deutschen Trainer engagiert.

Die Erfolge seiner Nachfolger konnte Magath aber nicht erreichen, er stieg mit Fulham ab, der Wunsch, den Wiederaufstieg zu schaffen, starb schon auf den ersten Metern: Mit nur einem Punkt aus den ersten sieben Spielen wurde Magath 2015 beurlaubt. In 20 Spielen hatte er den FC Fulham gecoacht.

Die Triumphe aus alten Tagen wollten sich bei Magath nicht mehr einstellen. Die Lücken im Lebenslauf füllte der 68-Jährige unter anderem mit Auftritten in Talkshows, in denen er sich gerne über die Mängel im heutigen Fußball ausließ. Im "kicker" sagte er im Februar: "Jetzt haben wir fast nur noch junge Trainer. Doch was auch zählt, ist Erfahrung. Leider kommt kaum mehr ein Ex-Bundesligaspieler in eine Trainerposition."

In solchen Momenten, oder wenn Magath die Verwissenschaftlichung des Fußballs beklagt, klingt er wie einer, der abgehängt wurde, der gerne bei seinem Lieblingssport mitspielen würde, aber nicht mehr darf. Herthas Sportchef Fredi Bobic schickt Magath nun aber wieder aufs Spielfeld. Magath sagt selbst von sich, er habe sein ganzes Leben nichts anderes außer Fußball gemacht, "von daher kann ich gar nicht anders, ich bin Fußballer, ich will Fußball, ich liebe Fußball".

Es ist ein gewagtes Experiment von Bobic, den alten Haudegen in eine Welt zu werfen, die sich in den vergangenen zehn Jahren stark gewandelt hat, und die Magath zudem nur als (gut informierter) Beobachter kennt. Deswegen erbat er sich für eine genaue Beurteilung der Mannschaft etwas Zeit.

"Ich bin kein Mensch, der Dinge nur auf die Entfernung beurteilt. Ich muss erst mal mit den Menschen zusammenkommen. Ich muss ein Gefühl für die Menschen entwickeln, sie sehen, hören, riechen, ich muss sie fühlen", sagte er.

Es dürfte spannend werden, wie Magath mit der neuen Spielergeneration zurechtkommt, denn seine TV-Auftritte haben gezeigt, dass er mit ihr fremdelt. Nun muss er jungen Hertha-Profis wie Jurgen Ekkelenkamp (21), Suat Serdar (24) oder Santiago Ascacibar (25) den Abstiegskampf näherbringen. Kann das klappen?

Magath ist sich des Problems offenbar selbst bewusst. Als Assistenten bringt er Mark Fotheringham mit, ein ehemaliger schottischer Fußballprofi, den er aus seiner Zeit in Fulham kennt. Magath betonte explizit, dass der 38-Jährige als Bindeglied zwischen ihm und den jungen Spielern fungieren soll.

Bobic sieht in Magath aber generationsübergreifende Qualitäten. Offenbar ist in Bobics Augen die Bredouille der Hertha nicht hauptsächlich durch die Kaderzusammenstellung, die er verantwortet, verschuldet, sondern durch die Einstellung einiger Spieler. Die soll Magath zurechtrücken, er ist schließlich als Schleifer bekannt, Spitzname "Quälix".

"Wir brauchen einen Trainer, der Disziplin einfordert und den man für eine klare und harte Hand im Umgang mit den Spielern kennt", sagte Bobic. Auch die junge Generation müsse immer wieder daran erinnert werden, "Fußballprofi zu sein, ist schön, aber dafür musst du arbeiten. Das ist ganz wichtig. Du sollst Disziplin haben".

Doch sind Magaths Methoden noch aktuell? Dass Magath oft auf seinen Einsatz von Medizinbällen reduziert wird, wird weder ihm noch den Medizinbällen gerecht. Doch der Fußball hat sich in den vergangenen zehn Jahren taktisch verändert – und damit auch athletisch. Die Spieler legen weitere Strecken zurück, sprinten häufiger wegen des ständigen Pressings. Magath muss also beweisen, dass seine Philosophie in die Moderne passt. Zweifel daran sind durchaus erlaubt.

Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht. Acht Spieltage hat er noch zur Rettung der Hertha, über eine längere Zusammenarbeit hat man noch nicht gesprochen. Aber der BER hat gezeigt, dass Baustellen wie die Hertha eine ist, auch mal längere Zeit in Anspruch nehmen können.

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